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Wie positioniert sich die Stadt Burgdorf?
Schienenausbau ja – aber nicht zulasten einzelner Kommunen
Burgdorf erkennt an, dass mehr Schienenkapazität für Klimaschutz und Verkehrswende nötig ist und ist bereit, einen angemessenen Teil der Last zu tragen. Doch negative Folgen des Ausbaus dürfen nicht einseitig unserer Stadt oder anderen einzelnen Gemeinden aufgebürdet werden. Alle entstehenden Belastungen müssen so gering wie möglich gehalten und fair ausgeglichen werden. Wenn die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene ein gesellschaftliches Ziel ist, dann ist es auch eine gemeinsame Verantwortung, für Ausgleich zu sorgen. Kurz: Der Ausbau soll fair erfolgen, ohne dass Burgdorf überproportional leidet.
Ergebnis von 2015 respektieren – neue Trassen nur mit neuem Dialog
Im Dialogforum „Schiene Nord“ 2015 wurde mit breiter Beteiligung die sogenannte Alpha-E-Variante (Ausbau bestehender Strecken) als beste Lösung empfohlen. Die Stadt Burgdorf hat diesem Kompromiss damals zugestimmt und fühlt sich den Ergebnissen nach wie vor verpflichtet. Wir fordern daher, dass die Beschlüsse von 2015 eingehalten werden und der Schienenausbau sich auf diese Variante konzentriert. Neubautrassen lehnt die Stadt ab, solange nicht in einem neuen Dialogverfahren mit allen Beteiligten darüber gesprochen wurde. Aktuell diskutierte völlig neue Streckenführungen (sogenannte lila, pinke, gelbe und blaue Variante) ignorieren den Konsens von 2015 – Burgdorf verlangt hier Transparenz und Mitsprache, bevor Entscheidungen getroffen werden.
Umfassender Lärmschutz – auch entlang bestehender Strecken
Mehr Zugverkehr darf nicht zu unzumutbarem Lärm für die Anwohner führen. Die Stadt Burgdorf fordert deshalb umfassenden Lärmschutz an allen betroffenen Bahnstrecken. Das heißt: Nicht nur an neu gebauten oder ausgebauten Gleisen, sondern insbesondere auch an bestehenden Strecken muss es effektiven Lärmschutz geben, wenn dort künftig deutlich mehr Züge fahren. Konkret drängt Burgdorf darauf, dass entlang der Strecke Celle–Lehrte (die durch Ehlershausen, Otze und Burgdorf führt) zusätzliche Schallschutzmaßnahmen umgesetzt werden. So sollen Sie als Bürgerinnen und Bürger vor steigenden Zuglärmpegeln geschützt werden. Kurz: Gesundheitsschutz hat Vorrang – sowohl bei neuen Trassen als auch auf bisherigen Gleisen mit mehr Verkehr.
Besserer Nahverkehr für Burgdorf und die Region
Der Schienenausbau soll nicht nur den Fernverkehr beschleunigen, sondern auch Verbesserungen für Ihren Nahverkehr bringen. Die Stadt Burgdorf fordert daher, das Angebot der S-Bahn und Regionalbahnen auszubauen. Insbesondere sollen die S-Bahn-Verbindungen zwischen Burgdorf, der Region und Hannover häufiger fahren. Konkret wird eine Verdoppelung der Taktfrequenz angestrebt – statt wie bisher etwa stündlich sollen z.B. die Linien S6/S7 im 30-Minuten-Takt verkehren, also mindestens vier Verbindungen pro Stunde. Für Sie würde das kürzere Wartezeiten und eine bessere Anbindung an die umliegenden Städte bedeuten. Insgesamt soll Burgdorf vom Ausbau auch positiv profitieren, durch ein attraktiveres Nahverkehrsangebot.
Bahnübergänge: Sicherheit und weniger Wartezeiten
Heute gibt es in Burgdorf noch Bahnübergänge auf Straßenniveau, etwa in den Ortsteilen Ehlershausen und Otze. Mit mehr Zügen würden diese Schranken häufiger geschlossen sein – das brächte längere Wartezeiten und potenzielle Gefahren im Verkehr. Burgdorf fordert deshalb, die bestehenden Bahnübergänge zu beseitigen und durch sichere, kreuzungsfreie Unterführungen oder Brücken zu ersetzen. So bleibt unsere Stadt verkehrlich verbunden, ohne dass Züge den Straßenverkehr oder Fußgängerfluss lahmlegen. Für Sie heißt das: mehr Sicherheit und weniger Stau an ehemaligen Bahnübergängen.
Städtebauliche Einbindung statt Zerschneidung der Stadt
Die Infrastrukturmaßnahmen der Bahn müssen sich verträglich ins Stadtbild und die Landschaft einfügen. Die Stadt Burgdorf verlangt eine hochwertige städtebauliche Einbindung aller neuen Gleisanlagen, Lärmschutzwände oder Brückenbauwerke. Konkret sollen Bahntrassen so geplant werden, dass sie das Orts- und Landschaftsbild so wenig wie möglich beeinträchtigen – zum Beispiel durch minimale Flächeninanspruchnahme und architektonisch ansprechende Gestaltung. Wichtige Grundsätze sind: Keine Zerschneidung von Stadtteilen oder Naherholungsgebieten und frühe Beteiligung der Bürgerinnen* bei gestalterischen Fragen. Kurz: Die Bahn soll in Burgdorf möglichst unsichtbar und harmonisch integriert werden, anstatt neue Barrieren zu schaffen.
Kommunale Planungshoheit wahren und regionalen Nutzen sichern
Die Stadt Burgdorf möchte weiterhin frei über ihre Entwicklung bestimmen können. Daher wird gefordert, dass die kommunale Planungshoheit und lokale Entwicklungsziele durch das Bahnprojekt nicht beeinträchtigt werden. Alle Planungen der Bahn sollen eng mit der Stadt abgestimmt sein, damit zum Beispiel neue Trassen keine städtischen Wohngebiete oder Gewerbeentwicklungen verhindern. Bestehende Betriebe vor Ort dürfen nicht durch Bauarbeiten oder Lärm in ihrer Existenz gefährdet werden – im Gegenteil sollte der Ausbau möglichst positiv auf die Wirtschaft wirken. Auch Tourismus und Naherholung in unserer Region sollen erhalten bleiben und weiterentwickelt werden können. Burgdorf setzt sich dafür ein, dass das Projekt letztlich für die Region einen Mehrwert bringt und nicht nur Belastungen. Kurz: Mitreden statt überfahren werden – die Stadt will ihre Zukunft aktiv mitgestalten.
Transparenz und Beteiligung statt vorschneller Entscheidungen
Burgdorf lehnt die aktuellen Trassenplanungen der Bahn ab, weil sie aus städtischer Sicht ohne ausreichende Prüfung von Alternativen und ohne echte Beteiligung der Betroffenen vorangetrieben werden. Die Deutsche Bahn hat erst sehr spät konkrete Pläne vorgelegt, sodass kaum Zeit für öffentliche Diskussion blieb – das ist für uns inakzeptabel. Wir fordern daher größtmögliche Transparenz im weiteren Planungsprozess und eine neue Beteiligungsrunde, bevor Fakten geschaffen werden. Wichtige Entscheidungen (etwa im Bundestag) dürfen nicht übereilt fallen, sondern erst, wenn alle Auswirkungen auf unsere Region offengelegt und mit den Kommunen beraten wurden. Sie als Bürgerinnen und Bürger sollen frühzeitig informiert und einbezogen werden, damit Vertrauen in die Planungen entstehen kann. Die Haltung der Stadt ist klar: Kein Schnellschuss – wir bestehen auf gründliche Prüfung und Mitbestimmung, damit der Bahnausbau am Ende auf breite Akzeptanz stößt.
Die kompletten Forderungen sind dem Positionspapier der Stadt Burgdorf mit Kernforderungen zu entnehmen.

